Projekte

Permakultur Sauerland

Das Projekt ist sehr gut in einem Artikel im Sauerlandkurier am 23. Mai 2020 von Anna Sartorius beschrieben:

„Ackern mit Vergnügen“

Sagt Ihnen die „Goldene Königin“ etwas, lieber Leser? Der „Geflammte Kardinal“ oder „Skudden“? Falls nicht, kann der heimische Verein für Natur- und Umweltschutz „LightRebelz“ weiterhelfen. Unter seiner Federführung wird unter anderem das Projekt „Permakultur Sauerland“ auf einer Fläche nahe Medelon verwirklicht. Viele fleißige Hände, die in der Gemeinschaft anpacken möchten, werden dazu benötigt – jeder kann mitmachen, jeder lernen, jeder sein Wissen weitergeben.

„Ziel des Projektes ist es, voneinander und miteinander die alten Anbaumethoden zu erlernen – es soll gemeinsam gearbeitet, gelacht und gegessen werden“, erklärt Initiator Guido Kroll. Durch Maßnahmen wie „Terra Preta“ wird der Boden der ehemals extensiv genutzten Grünfläche im Biobetrieb der Familie Kroll nach und nach verbessert, um dort auch anspruchsvollere Pflanzen an- und eine bewirtschaftete Fläche nach dem Vorbild natürlicher Ökosysteme aufzubauen. Schon im vergangenen Jahr haben 60 unterschiedliche alte Obstbäume und ein Feigenbaum ihren Platz gefunden; Ringe aus Mist wurden um die Baumstämme gelegt, um die Obstbäume im Wachstum zu unterstützen, das erste Pflanzbeet wurde mit Inkamais und Salat bepflanzt. Nun werden die Ringe um die Obstbäume sukzessive mit Pionierpflanzen wie Kürbis, Bohnen, Tomaten und Erdbeeren bepflanzt, es soll eine Komposttoilette entstehen, 300 Meter Hecke werden angepflanzt, weitere Pflanzbeete – mittlerweile sind es sieben – angelegt. Es geht voran: Bei einigen Arbeitseinsätzen hat eine größer werdende Gruppe schon auf der zwei Hektar großen Fläche gewerkelt. Sie heißt all diejenigen willkommen, denen eine gesunde Ernährungsweise am Herzen liegt und die möchten, dass Artenvielfalt erhalten bleibt – so sollen zum Beispiel Obst, Gemüse, Tee, Kräuter, Beeren angebaut werden. Zudem wird Biodiversität gelebt, unter anderem mithilfe von Totholzhaufen, Sumpfstellen, einer Teichanlage, Hecken, Steinhaufen, Sitzstangen, Nistkästen, Insektenhotels. „Jeder Einzelne kann etwas zum Projekt beitragen. Die Aufgaben beschränken sich nicht auf die Arbeit im Feld – Fähigkeiten zum Beispiel in den Bereichen Organisation, Buchhaltung, Marketing können wir auch gut gebrauchen“, so Guido Kroll. „Wichtig ist uns zudem, dass auch Kinder einbezogen werden.“ Sohn Joschua geht als gutes Beispiel voran: Er ist mit Feuer und Flamme beim Projekt dabei, ist vor Ort erster Ansprechpartner für seine Freunde, die ebenfalls schon eifrig mitgeholfen haben. Idee ist auch, Kindergartenkindern und Schülern außerschulisches Lernen und „Arbeiten“ zu ermöglichen.

Die Erträge werden letztlich mittels eines Verteilschlüssels unter den Helfenden aufgeteilt. „Was zählt, ist der Gemeinschaftseffekt und der respektvolle Umgang miteinander. Es macht Spaß und es tut gut, weitab vom Alltagstrubel mit Gleichgesinnten die Kraft der Natur zu spüren“, so Guido Kroll. Er freut sich stellvertretend für die anderen Helfer über Unterstützung – und verrät vorsorglich, was hinter den obigen ominösen Begriffen steckt: Die „Goldene Königin“ ist eine Tomate, der „Geflammte Kardinal“ ein Apfel und die „Skudden“ eine der ältesten Hausschafrassen. Diese tummeln sich übrigens auch in Medelon und haben mit einem weiteren Projekt des Vereins „LightRebelz“ zu tun: der „Solidarischen Landwirtschaft“. Guido Kroll: „Ziel ist bei diesem Projekt, die vielen kleinen Betriebe zu bündeln, um einen Gegenpol zur industriellen Landwirtschaft zu setzen. Die LIM UG ist derzeit in Gründung. Derzeit werden etwa 14 Hektar mit ökologischem Weideland bewirtschaftet; beweidet von rund 120 Schafen, überwiegend Skudden.“ Durch das gemeinsame Wirtschaften ergeben sich Synergieeffekte, so Kroll. „Es ist geplant Menschen teilhaben zu lassen, die kein Land haben, jedoch dem ökologischen und naturschützenden Gedanken pflegen.“