Ein Kraterbeet für den Klima-Garten

Letzte Änderung: 15. März 2022
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Ein Kraterbeet für den Klima-Garten

Kühle im Sommer und Wärme im Winter

Kraterbeete sind echte Geheimtipps im Klima-Garten. Sie speichern Wärme und Feuchtigkeit und schützen empfindliche Pflanzen vor Winden. Durch diese speziellen Eigenschaften sorgen sie dafür, dass Pflanzen besser gedeihen. Besonders Gemüsepflanzen profitieren davon. Wir zeigen, was ein Kraterbeet kann und wie es gebaut wird.

 

 

Kraterbeet – Illustration: NABU/Anne Quadflieg

Kraterbeete sind in unseren Regionen noch recht unbekannt. In Gegenden, in denen es regelmäßig zu langen Trockenperioden im Sommer und vielen Regengüssen im Winter kommt, setzen die Menschen schon längst auf die kraterförmigen Beete, um trotz schwieriger Wetterbedingungen erfolgreich zu gärtnern. Auch in Mitteleuropa haben sich einige Gärtner bereits engagiert ans Probieren gemacht und können gute Erfolge verbuchen. Da auch bei uns durch den Klimawandel das Wetter zu Extremen neigt, kann ein Kraterbeet auch in unseren Gärten eine gute Alternative zum herkömmlichen Beet sein.

Vorteile des Kraterbeets

Kraterbeete bringen vor allem für den Gemüseanbau Vorteile. Der Vorteil beim Kraterbeet ist, dass auch frostempfindliche Pflanzen eingesetzt werden können. Durch eine Abdeckung im Frühjahr kann das Kraterbeet auch als Frühbeet genutzt werden und Spätfröste können den empfindlichen Pflanzen wenig anhaben. Zudem ist die Temperatur im Inneren des Kraters bei Kälte höher als außerhalb und bei großer Hitze wird durch die Verdunstung die Temperatur im Krater niedriger als außerhalb.

Ein Kraterbeet ist in mehrere Zonen unterteilt. Durch diese verschiedenen Zonen wird das Kraterbeet den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Pflanzen gerecht, denn jede Zone weist einen unterschiedlichen Feuchtegrad des Bodens und verschieden starke Sonneneinstrahlungen auf. So können hier Gemüse und Kräuter in Mischkultur angebaut werden. Da die Planung einer Mischkultur ohnehin schon eine kleine Herausforderung darstellt, und nun noch der Faktor Sonne und Wasser hinzukommt, sollte man im ersten Jahr nicht zu anspruchsvoll sein und erst einmal etwas ausprobieren. Fehler sind erlaubt und lehren den richtigen Umgang mit dem Kraterbeet und der richtigen Bepflanzung.

Illustration: NABU/Anne QuadfliegIllustration: NABU/Anne Quadflieg

Die Zonen: Welche Pflanzen für welchen Bereich?

In der Mitte des Kraters ist der Boden feucht und es herrscht wenig Windbewegung. Deshalb sammelt sich das Wasser und kann entweder versickern, oder aber in einem kleinen Teich gesammelt werden. Das hat den Vorteil, dass mehr Wasser für die angebauten Pflanzen zur Verfügung steht. Durch den kleinen Teich und den feuchteren Boden entsteht außerdem Verdunstungskühle im Sommer und ein Wärmespeicher im Winter. Temperaturschwankungen werden ausgeglichen.

Alternativ kann der Boden des Kraters mit Steinen ausgelegt werden. Diese speichern über den Tag die Sonnenwärme und geben sie in der Nacht ab. Diese Variante ist in Gegenden mit vielen Frosttagen geeignet und sie verlängert die Saison.

In dieser Zone können frostempfindliche und wärmeliebende Pflanzen angebaut werden, denen eine höhere Luftfeuchtigkeit nicht viel ausmacht. Auch hohe Pflanzen finden hier Platz. Sie bekommen ausreichend Wasser, während die hohen Triebe durch etwas Luftbewegung abtrocknen können. Tomaten und Paprika können hier gut wachsen. In einem kleinen Teich können essbare Wasserpflanzen angebaut werden.

Ob Gemüsepflanzen oder Zierpflanzen: was ins Kraterbeet kommt, entscheidet natürlich jeder selbst. Gemüse oder Kräuter können in Form einer Mischkultur angebaut werden. Auch heimische Stauden können gepflanzt werden, so tut man noch etwas für Insekten und Vögel. Tomaten, Paprika, Aubergine, Buschbohnen oder die empfindliche Aloe Vera können so auch in kühleren Lagen in Deutschland angebaut werden. Sie sind genau wie Gurken, Zucchini, Basilikum, Sellerie und Erdbeeren empfindlich gegen Frost. Dieser kann zu Beginn und am Ende der Saison auftreten. Durch die Wärme im Kraterbeet können diese Fröste abgemildert und die Saison so verlängert werden. Tomaten, Gurken und Auberginen brauchen zudem auch etwas mehr Wasser, vor allem zu Beginn der Kultur. Daher ist der Standort im Kraterinneren optimal für sie.

Die Hänge sind für Gemüsearten mit durchschnittlichen Ansprüchen gut geeignet. Radieschen, Petersilie und Erdbeeren können hier wachsen. Auch Buschbohnen, Feldsalat, Zwiebeln und Möhren lassen sich in diesen Übergangsbereichen gut anbauen. Sie vertragen auch etwas trockeneren Boden. Der Wall ist der trockenste Bereich und so auch für Kräuter wie Salbei, Thymian, Origanum und Lavendel geeignet. Außerdem ist dieser Bereich besonders für heimische Wildstauden geeignet. Malven, Wegwarte, Natternkopf, Wiesensalbei, Katzenminze, Wilde Möhre, Hornklee und andere Überlebenskünstler ziehen Insekten magisch an und machen das Kraterbeet so zum Hot Spot der Artenvielfalt. Polsterseifenkraut, Storchschnabel und Gundermann sehen zudem schön aus und bilden dekorative Teppiche um den Krater herum.

Hinter dem Wall können Gehölze gepflanzt werden, die Trockenheit gut vertragen. So kann auch in heißen Jahren etwas geerntet werden.
Sanddorn, Felsenbirne und Schlehe sind auch für Insekten und Vögel nützlich. Wildrosen sehen schön aus und tragen nach der Blüte Hagebutten, die Vögel sehr gern fressen. Als Nachkultur im Spätsommer und Herbst eignet sich Feldsalat oder Phacelia. So ist der Boden über den Winter geschützt.

So wird ein Kraterbeet gebaut:

Anleitung Kraterbeet – Illustration: NABU/Anne Quadflieg

Symbol Schaufel

Schritt für Schritt:

  • 1. Einen geeigneten Standort aussuchen (sonnig, mindestens zwei Meter im Durchmesser).
  • 2. Ein Stück Holz oder einen Pflock in den Boden stecken, an dem eine ein Meter lange Schnur befestigt ist.
  • 3. Nun einen Kreis mit einem Radius von einem Meter markieren.
  • 4. Den Boden innerhalb des Kreises kegelförmig ausheben. Die tiefste Stelle sollte 20 Zentimeter unterhalb des Bodenniveaus liegen.
  • 5. Den Aushub mit Humus mischen.
  • 6. Die Aushub-Humus-Mischung um den Krater herum und auf dessen Hänge aufbringen. Die nördliche Seite kann höher aufgebaut sein. Der Wall sollte 20 bis 30 Zentimeter hoch sein.
  • 7. Nun sollte eine kleine Treppe am südlichen Ende des Kraters gebaut werden. In die Mitte des Kraters kommt ein Trittstein. Hier kann auch ein kleiner Teich eingesetzt werden, wenn genug Platz vorhanden ist.
  • 8. Nun kommt der Rutschtest: Entweder, man wartet den nächsten Regen ab, oder bewässert den Krater mit einem Gartenschlauch. Rutscht die Erde herunter? Dann ist der Wall zu steil und es muss nachgebessert, der Hang abgeflacht werden.
  • 9. Ist alles fest und sicher, können die Pflanzen eingesetzt und angegossen werden.
  • 10. An der Nord-Seite können hohe Stauden oder Gehölze als Windschutz gepflanzt werden.
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